Para-Boccia-Staatsmeisterschaften: Historischer Titel für Steffi Proßegger

Person kniet auf dem Hallenboden und ordnet farbige Boccia-Kugeln in einem markierten Bereich, zwei Personen im Rollstuhl beobachten das Geschehen
Bei den Staatsmeisterschaften entschieden Millimeter über Sieg oder Niederlage © ÖBSV

Zahlreiche Überraschungen und eine Titelverteidigung: Die österreichischen Staatsmeisterschaften im Para-Boccia haben wieder einmal bewiesen, dass der Sport seine eigenen Gesetze hat.

Am Wochenende trafen sich die besten heimischen Boccia-Spielerinnen und -Spieler in der Wiener Sporthalle Hopsagasse. Alle hatten ein Ziel vor Augen: eine Medaille bei den Staatsmeisterschaften – am besten die goldene mit dem schwarzen Bundesadler und dem rot-weiß-roten Wappen in der Mitte.

Insgesamt 34 Sportlerinnen und Sportler kämpften um Edelmetall. Sie traten in vier Einzelbewerben sowie in zwei Paar- und Mannschaftsbewerben gegeneinander an. Für einen reibungslosen Ablauf sorgte Margit Straka mit ihrem Team vom WAT Wien.

Noch lange kein altes Eisen

Im Bewerb BC1 sicherte sich Routinier Gerhard Gahleitner den Staatsmeistertitel. Der Paralympics-Teilnehmer von Athen 2004 nahm dem amtierenden Staatsmeister Martin Hartter den Titel ab. Das Ergebnis zeigt einmal mehr, wie wichtig Erfahrung und jahrelanges Training im Sport sind.

Der Tiroler bewies eindrucksvoll, dass auch mit 69 Jahren noch sportliche Spitzenleistungen möglich sind. Martin Hartter musste sich diesmal mit dem zweiten Platz zufriedengeben, Erich Mecl holte Bronze.

Drei Personen in Sportkleidung stehen in einer Halle, eine sitzt im Rollstuhl hinter einer großen blauen Zahl 1
Gerhard Gahleitner bei der Siegerehrung © Privat
Frau in Sportkleidung sitzt in einem Elektrorollstuhl in einer Sporthalle
Laura Santer bei der ÖSTM 2026 © ÖBSV

Titelverteidigung geglückt

Auch in der Klasse BC2 war Tirol das dominierende Bundesland. Laura Santer verteidigte ihren Titel erfolgreich. Im gesamten Turnier spielte sie nur einmal unentschieden und gewann mit fünf Siegen aus sechs Spielen die Goldmedaille.

Der knappe 3:2-Erfolg gegen Vize-Staatsmeister Sigi Allacher war am Ende ausschlaggebend für den Triumph der Tirolerin. Ihr Teamkollege Thomas Schweiger – der einzige Spieler, der Santer am Wochenende ein Remis abringen konnte – belegte den dritten Platz.

Die Erste ihrer Zunft

Für die wohl größte Überraschung sorgte die Klasse BC3. Seit 2019 hieß der Staatsmeister stets Michael Kiefler – eine beeindruckende Serie. Diesmal sollte es jedoch anders kommen.

In der Gruppenphase gelang es sowohl Steffi Proßegger als auch Christian Schimpl, dem Routinier Punkte abzunehmen. Damit sicherten sich beide ihren Platz im Finale.

Dort setzte sich Proßegger in einem spannenden und hochklassigen Spiel mit 4:2 durch und sorgte gleich für zwei Premieren: Ihr erster Staatsmeistertitel war gleichzeitig auch der erste Titel einer Frau in der Klasse BC3: “Dieser Erfolg bedeutet mir viel. Nicht nur, weil es mein erster Titel bei den Staatsmeisterschaften ist, sondern auch, weil ich ihn als erste weibliche BC3-Spielerin Österreichs gewinnen durfte. Ein Moment, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ein großes Dankeschön gilt meinem Assistenzteam, meinen Trainerinnen und Trainern, dem WAT Wien und dem ÖBSV sowie meinen Boccia-Kolleginnen und -Kollegen, Freundinnen und Freunden, meiner Familie und allen ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern vor Ort. Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen.”

Auch im Rahmenbewerb BC5 gab es einen neuen Sieger. Daniel Orel musste nach einer 2:3-Niederlage im Finale seinen Platz an der Spitze an Dmytro Rybalko abgeben. Gabriele Dotta-Röck sicherte sich Bronze.

Frau im Elektrorollstuhl wirft Ball auf eine geneigte Rampe, während ein Mann daneben kniet und den Ball beobachtet, im Hintergrund weitere Personen in Sportkleidung in einer Halle
Steffi Proßegger im Spiel gegen Christian Schimpl bei der ÖSTM 2026 © ÖBSV
Gruppe von Menschen in Rollstühlen in einer Sporthalle mit großen blauen Zahlen 2, 1 und 3 auf dem Boden
Siegerehrung Team-Bewerb © Privat

Favoriten setzten sich im Teambewerb durch

Der Teambewerb war fest in Tiroler Hand. Mit zwei souveränen Siegen holten sich Gerhard Gahleitner, Laura Santer und Michael Schweiger überlegen die Goldmedaille.

Im Paarbewerb durfte Michael Kiefler schließlich doch noch jubeln. Gemeinsam mit Steffi Proßegger gewann das Wiener Duo gegen die Oberösterreicher Christian Schimpl und Nicola Dotta.

Alle Ergebnisse findet ihr HIER

Zwei Personen im Rollstuhl in einer Sporthalle, eine dritte Person zeigt auf eine lange Stange mit angebrachten Bällen
© ÖBSV
Zwei Personen im Rollstuhl spielen Boccia in einer Sporthalle mit Holzboden und Klettergeräten an der Wand
© ÖBSV
Person im Rollstuhl in Sportkleidung hält einen roten Ball in der Hand in einer Sporthalle
© ÖBSV
Zwei Personen sitzen an einem Tisch vor einem Laptop, im Hintergrund eine orangefarbene Wand und ein Mülleimer
© ÖBSV
Mehrere Personen im Rollstuhl spielen in einer Halle mit einem weißen Ball
© ÖBSV
Mehrere Personen in Rollstühlen spielen in einer Sporthalle vor Zuschauern auf einer Tribüne
© ÖBSV

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