Mehr als nur Sport: Von den Schoool Games in den Matheunterricht

In einer Sporthalle jubeln Kinder in gelben T-Shirts, während ein Mädchen im Rollstuhl fröhlich mitfeiert.
Großer Sport, große Freude: die Schoool Games vereinen Spaß und Bewegung. © ÖBSV Baubinder

Boccia, Tischtennis, Showdown: 240 Kids aus 19 Schulen sorgten am Mittwoch in Wien für eine gelungene Eröffnung der Schoool-Games-Saison 2026. Dabei zeigte sich, dass die Sportarten nicht nur im Turnunterricht ihre Verwendung finden.

Von der Turnhalle ins Klassenzimmer

Traditionell setzt der Wiener Behindertensportverband seit 2015 den Auftakt zu den actionreichen Wettkämpfen für Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Behinderungen. So auch an diesem Mittwoch: 240 Kinder und Jugendliche aus Wien und Umgebung – Schulen aus Klosterneuburg und Perchtoldsdorf waren erstmals mit am Start – sorgten vom Vormittag bis zum Nachmittag für reges, sportliches Treiben in der Sporthalle Brigittenau.

Tischtennis, Showdown und Boccia standen einmal mehr am Programm. Letztere Sportart hat sogar den Weg aus der Turnhalle in die Klassenzimmer geschafft, wie eine Lehrerin erzählt: "Wir nutzen Boccia für unsere Rechenübungen. Jedes Team hat vier Kugeln. Wenn drei gespielt sind, wie viele bleiben noch übrig? Das funktioniert super!"

Eine Gruppe Schüler zieht feierlich in die Sporthalle ein. Sie tragen gelbe Schoool Games Shirts und halten ein Schild mit dem Namen der Schule in die Höhe.
© ÖBSV Baubinder
Ei Schüler im E-Rollstuhl macht sich bereit eine rote Bocciakugel zu werfen
© ÖBSV Baubinder

Finalthriller im Boccia

WBSV-Präsidentin Margit Straka eröffnete mit herzlichen Grußworten die Wettkämpfe, und dann konnte es auch schon losgehen. Mit sage und schreibe 41 Teams zeigte sich Boccia einmal mehr als teilnehmerstärkste Sportart bei den Schoool Games. Auf neun Bahnen duellierten sich die „Hernalser Strong Players“ mit „Die coolen Kugeln“ oder den „Ghosts“.

Besonders die Spiele um die Medaillen wurden zu echten Nägelbeißern. Wie im Wilden Westen kam es im Spiel um Platz drei zu einem Entscheidungswurf, weil beide Teams exakt gleich weit von der Zielkugel entfernt waren. Im Finale wandte das Siegerteam erst mit einem unfassbaren vorletzten Wurf die sicher geglaubte Niederlage ab.

Ein Schläger, ein Ball, drei Medaillen

Nur eine hochfahrbare Hallenwand daneben stand in der Sporthalle Tischtennis an der Tagesordnung. Auch hier hat sich das Teilnehmerfeld im Gegensatz zu den Vorjahren noch einmal deutlich vergrößert, und auch die Qualität der Spiele zeigte, wie hart die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld trainiert haben. Gespielt wurde in drei Kategorien: Mädchen, Burschen und sitzend.

Ein Haus weiter ging es deutlich ruhiger, aber nicht weniger intensiv zur Sache. Beim Showdown müssen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer komplett auf ihr Gehör und ihr Gefühl für Ball und Schläger verlassen. Wuchtig, aber mit der nötigen Präzision versenkten die Schülerinnen und Schüler mit Sichtschutzbrille den Rasselball im gegnerischen Tor. Sowohl bei den Mädchen als auch bei den Burschen entstanden so spannende und sehr ausgeglichene Partien.

Ein Bursche mit blonden Haaren trägt eine Sichtschutzbrille und ist dabei einen gelben Ball mit seinem Holzpadel beim Showdown ins in Richtung gegnerisches Feld zu schießen.
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Siegerehrung der Rollstuhl-Tischtennisspieler mit den beiden Schoool Games Maskottchen.
© ÖBSV Baubinder

Ein jährlicher Fixpunkt

Nach knapp viereinhalb Stunden Action war es dann so weit: Die große Siegerehrung bildete den feierlichen Abschluss einer mehr als gelungenen Sportveranstaltung. Ein letztes Mal versammelten sich alle 200 Kinder, ihre Lehrkräfte und Begleitpersonen in der großen Sporthalle, um die erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler sowie die besten drei Teams der Schoool Games 2026 mit lautstarkem Applaus zu feiern.

Die Spiele haben einmal mehr eindrucksvoll bewiesen, wie aus den ersten „Wiener Paralympic School Games“ 2015 ein jährlicher Fixpunkt für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen geworden ist – und das nicht nur in Wien, sondern in ganz Österreich. Eine Erfolgsgeschichte.

Drei Kids mit gelben Shirts stehen an der Boccia-Linie und warten darauf die erste Kugel werfen zu können.
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Ein Mädchen in gelbem Shirt und Brille spielt Tischtennis.
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Ein Bursche wirft lachend eine Boccia-Kugel während seine Teammitglieder gespannt zusehen.
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Ein Bursch im Rollstuhl hat eine rote Boccia-Kugel in der Hand und zielt.
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Eine Gruppe Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Behinderungen posiert für ein Gruppenfoto und jubelt in die Kamera.
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