Starkes Boccia-Duo holt Silber im Team-Bewerb

Vier Personen in Sportkleidung posieren in einer Halle, zwei sitzen in Elektrorollstühlen, eine hält einen Pokal, im Hintergrund bunte Wand mit Logos
Ein erfolgreiches Team: Assistentin Summer Joanna Miskov, Steffi Proßegger, Michael Kiefler und Assistentin Marie-Therese Plass in Posen. © Poznan 2026 World Boccia Challenger

Ein Fall für zwei: Michael Kiefler und Steffi Proßegger müssen sich beim Weltcup in Polen nur den übermächtigen Italienern geschlagen geben und verabschieden sich mit einer Silbermedaille im Pairs-Bewerb.

Österreich kämpft sich zurück

Für Gold hat es am Ende nicht gereicht. Zu dominant trat das italienische Duo rund um Einzel-Sieger Gabriele Zendron und seine Kollegin Michela Favini im Finale des BC3-Pairs-Bewerbs auf. Gleich im ersten End gehen die Italiener mit 4:0 in Führung, im zweiten End holen sie einen weiteren Punkt. Im dritten End schreibt das österreichische Duo mit zwei Zählern erstmals an – neuer Spielstand: 2:5.

Im letzten Durchgang wird es noch einmal spannend. Kiefler und Proßegger kämpfen bis zum Schluss, der Rückstand ist am Ende aber zu groß. Mit 3:5 geht die letzte Partie des Weltcups verloren. Dennoch können Michael Kiefler und Steffi Proßegger mit erhobenem Haupt und einer glänzenden Silbermedaille um den Hals die Heimreise aus Posen antreten.

Bis auf das Finale gewann das rot-weiß-rote Duo jede Begegnung. Der starke Auftritt ist der Beweis für eine geschlossene, konzentrierte und vor allem leidenschaftliche Teamleistung.

Gratulation auch an die Guides Marie-Therese Plass und Summer Joanna Miskov sowie an ÖBSV Boccia Referent und Coach Michael Geiling, der das Team nach Polen begleitete. 

Person im Rollstuhl mit Sportbekleidung und Helm neben einer anderen Person mit blauen Haaren, die ein Sportgerät hält, in einer Halle mit weiteren Personen im Hintergrund
© Poznan 2026 World Boccia Challenger

Proßegger überzeugt im Einzel

Im Einzel lief es vor allem für Steffi Proßegger lange nach Wunsch. Nach einer dominanten Gruppenphase mit zwei Siegen aus zwei Partien setzte sich die Wienerin auch im Viertelfinale durch. Danila Innerlohinger, Boccia-Koordinatorin des ÖBSV vor Ort, berichtet: “Steffi hat ihre Vorrundenspiele souverän gewonnen und konnte auch im Viertelfinale gegen eine BC3-Athletin aus Saudi-Arabien gewinnen. Damit stand sie im Halbfinale. Dort musste sie sich leider der Polin Edyta Owczarz geschlagen geben. Edyta hat dann auch den Individual-Bewerb in Poznan gewonnen – Steffi hatte es also wirklich mit einer sehr starken Gegnerin zu tun.”

Im Spiel um Platz drei gegen die Italienerin Michela Favini lief es für Proßegger leider nicht mehr nach Wunsch. Sie belegte am Ende den etwas unglücklichen vierten Platz. “Ich war von Steffis Leistung wirklich total begeistert. Man sieht einfach, wie stark sich ihr Niveau in letzter Zeit gesteigert hat. Sie spielt viel sicherer und souveräner und konnte das auch in Poznan zeigen”, so Innerlohinger.

Kiefler verpasst Halbfinale knapp

Für Michael Kiefler lief es im Einzel weniger gut. Der Routinier hatte es in der Gruppenphase mit einem besonders starken Fünfer-Pool zu tun und damit von Anfang an keine leichte Aufgabe.

Seine Bilanz ist dennoch ausgeglichen: Zwei Niederlagen stehen zwei Siege gegenüber. Damit verpasste Kiefler den Sprung ins Halbfinale nur knapp. Dennoch zieht der Wiener wie so oft die richtigen Schlüsse aus dem Turnier: “Natürlich hätte ich mir noch mehr gewünscht. Wenn man große Ziele hat, ist man enttäuscht, wenn man sie nicht ganz erreicht. Aber dieses Turnier hat mir unglaublich viel gezeigt. Siege geben Selbstvertrauen. Niederlagen zeigen, wo man noch besser werden kann. Und manchmal bedeutet „Alles ist möglich“ eben nicht, dass alles sofort gelingt – sondern dass man nach schwierigen Momenten wieder aufsteht, daraus lernt und weiterkämpft.”

Alle Ergebnisse im Detail

Österreich auch abseits des Spielfelds stark vertreten

Poznań war für Österreich nicht nur sportlich ein voller Erfolg, sondern auch abseits des Spielfeldes eine wichtige Veranstaltung. Anna Nussbaumer absolvierte erfolgreich die Ausbildung zur internationalen Schiedsrichterin und erreichte dabei sogar die höchste Punktezahl des Kurses. Damit hat Österreich auch im internationalen Schiedsrichterwesen vielversprechenden Nachwuchs. Im Bereich der Klassifizierung sammelte Birgit Offterdinger bei ihrem ersten Praktikum als internationale Klassifiziererin wertvolle Erfahrungen. Österreich war in Poznań damit sowohl sportlich als auch im internationalen Schiedsrichter- und Klassifizierungsbereich stark vertreten.

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